Wie entstand unser Zoo? ...Ein bisschen Geschichte

In den 60.er Jahren sind Edith und Roland Fehr aus Iran zurückgekommen, aber nicht alleine: ein junger Löwe war ihr Reisebegleiter! In dieser Zeit arbeitete Roland für Siemens in Iran, und als sie einmal den Zoo von Teheran besuchenten, kamen sie mit dem Zoodirektor ins Gespräch. Der erzählte ihnen, dass ein junger Löwe wegen Gleichgewichtsstörungen nach einem Unfall, eingeschläfert werden sollte.

Deshalb beschlossen sie kurzerhand, ihn mit sich in die Schweiz zu nehmen, natürlich nach den notwendigen Kontrollen und Bewilligungen. Also sind sie mit ihrem Chevrolet Truck in die Schweiz zurückgefahren. Alle zwei Stunden mussten sie eine Pause machen, um den Kleinen zu füttern. Einmal angekommen, ging es zur Veterinärskontrolle, dann sind sie ins Wallis gefahren, wo sie damals lebten, und Roland als Schlosser arbeitete. Der Löwe würde immer Grösser, deswegen mussten sie einen grösseren Platz finden.

Zuerst finden sie ein geeigneter Ort in Unterseen, aber die Tiere wurden immer mehr und bald reichte auch dort der Platz nicht mehr.

Mit etwa 40 Tieren suchten sie ein Stück Land in der Südschweiz. und wurden in Neggio neben dem Fluss Magliasina fündig, und so hatte der Zoo al Maglio seinen Ursprung.

Übrigens ist Jimmy, der älteste Weisshandgibbon der Welt, auch schon in Interlaken mit dabei gewesen!

Das Gebiet war Komplett verwüstet, aber Roland und Edith hatten, ohne ein Wort Italienisch zu sprechen, mit ihrer Arbeit begonnen. Da es damals noch kein Einkommen gab, mussten sie ihre Aktivität fördern, dazu gingen sie anfangs in die Tessiner Städte auf Tour mit ihren Tieren. Die Arbeiten gingen weiter, sie bauten die verschiedenen Anlagen nach und nach und verschönerten das ganze Gelände.

Diese Zeit in Wort zu fassen ist einfacher als diese zu durchleben, aber sie haben nie aufgegeben und immer aus eigener Kraft weitergemacht, denn Roland liebte seine Freiheit und wollte von niemanden abhängig sein.

Die Jahre vergingen und bald wurde das 20-Jährige Jubiläum gefeiert. Unter den geladenen Gästen war auch der Kantonale Veterinär zu dem bis heute noch eine gute Beziehung besteht. Im gleichen Jahr jedoch auch die Tragödie: Roland stirbt und hinterlässt Edith und zwei Kinder.

Edith wusste jedoch, dass sie in seinem Sinne weitermachen würde und sie hat sich viel Mühe gegeben, um das alles zu schaffen.

Mit viel Kraft und Mut hat sie die wichtigen Entscheidungen getroffen, wie z. B. als die Magliasina über die Ufer getreten ist und sie den Kostenanteil für die Kantonale Uferverbauung vorgeschossen hat, obwohl viele Landteile gar nicht ihr gehörten, damit die Arbeiten beginnen konnten und die Tiere in sicherheit gewahren konnten; oder dass sie weniger Tiere in grösseren Anlagen wollte, das gab zwar anfangs weniger Einkommen, aber auf die Länge mehr Zufriedenheit.

Es gab einige Situationen, bei denen sie mit Zoogegnern konfrontiert wurde, wobei sie immer Konstruktive Kritik angenommen hat, aber Fanatiker hatten viele Jahre destruktive Kritik geleistet und auch viele Schäden angerichtet. Seit der Kanton eine Spezialeinheit dagegen errichtet hat, hat sich die Situation wieder verbessert.

In einem Zoo zu arbeiten ist nicht jedermanns Sache, man muss ruhig und ausgeglichen sein und Respekt für die Tiere haben. Als z. B. ihr Liebling-Schimpanse starb, war dies für Edith ein Schock und sie lernte daraus, dass zwischen Mensch und Tier immer eine Grenze sein muss um genug Kraft für alle Tiere zu haben.

Inzwischen hat Ediths Tochter Sabina mit Familie die Zooleitung übernommen, seit 2015 ist der Zoo al Maglio eine GmbH und zählt im Durchschnitt 15 Mitarbeiter.

Die Coronawelle hat auch hier Ihre Spuren hinterlassen, 4 Monate total geschlossen und 1 1/2 Monate an Sonn- und Feiertagen, das hat uns fast zur Schliessung gezwungen. Nur Dank grosszügigen Spenden unserer Tierpaten, Gönner und Kundschaft, sowohl tatkräftiger Hilfe von Freiwilligen und Futterspenden konnten und können wir weitermachen und mit zuversicht aufs 50 Jährige Bestehen schauen.